Extremistische Kennzeichen auf Facebook und Twitter

Rechtsextremisten missbrauchen digitale Anstecker

Kennzeichen und Symbole dienen dazu, Sympathie für bestimmte Gruppen und deren Ansichten auszudrücken. Ebenso geht es um Abgrenzung. Oft werden dafür Anstecker oder Aufnäher auch für politische Botschaften genutzt. Die Palette möglicher Formen, Materialien und Inhalte ist unüberschaubar. Bisher waren solche Dinge immer mit Bekleidungsstücken verbunden. Doch mit dem Internet kommt nun die virtuelle Variante des Ansteckers hinzu.

Über "PicBadges" (http://de.picbadges.com">http://de.picbadges.com) lassen sich Profilbilder bei Facebook und Twitter mit digitalen Ansteckern versehen. Ist ein bestimmter "PicBadge" erst einmal erstellt, kann grundsätzlich jeder Facebook-Nutzer sein Profilbild damit schmücken. Wie in der realen Welt wird so Zustimmung, Unterstützung und Identifikation mit Parteien, Firmen, Vereinen, Kampagnen und vielem anderen signalisiert. Termine und Aktionen können ebenso über "PicBadges" beworben werden.

Kein Wunder, dass auch Rechtsextremisten "PicBadges" verwenden. Strafbare verfassungsfeindliche Symbole wie beispielsweise das Logo der Waffen-SS und das Hakenkreuz finden sich. Manche "PicBadges" kommen mit ihren extremistischen Botschaften dagegen etwas subtiler daher. Die NPD, deren Jugendorganisation, Neonationalsozialisten wie Kameradschaften und "Freie Kräfte" sind genauso vertreten wie "Reichsbürger".

Die NPD stellt neben verschiedenen Varianten ihres offiziellen Logos ein "Raus aus dem Euro"-"PicBadge" zur Verfügung. Zudem existiert für die neonationalsozialistische "Werde Unsterblich"-Kampagne ein digitaler Anstecker (weißen Maske auf schwarzem Hintergrund). Zahlreiche rechtswidrige Aufmärsche stehen damit in Verbindung. Die brandenburgischen Urheber der Kampagne nannten sich „Widerstand in Südbrandenburg". Im Juni 2012 wurde diese Gruppierung verboten. Bis dahin betrieb sie unter anderem die Internetseite "Spreelichter".

"PicBadges" werden übrigens von einer israelischen Firma bereitgestellt. Ob es in deren Interesse ist, wenn Rechtsextremisten diesen Dienst nutzen, darf bezweifelt werden.


 eingestellt am 1. Oktober 2012