Verfassungsschutz zum Anfassen

Bericht einer Praktikantin über ihre sechs Monate beim Verfassungsschutz

Ich studiere an einer Fachhochschule für Verwaltung. Im Rahmen des Studiums absolvierte ich ein halbjähriges Praktikum (April und September 2007) beim brandenburgischen Verfassungsschutz. Dass so etwas überhaupt geht, hatte ich aus dem Internet erfahren.

Meine erste Station war die "Stabstelle G 10, Datenschutz". Hier wurde mir zunächst ein umfassender Überblick über die Arbeitsweisen und Struktur des Verfassungsschutzes vermittelt. In der Stabstelle hatte ich zum Beispiel mit Auskunftsersuchen nach Paragraf 12, Absatz 1, Brandenburgisches Verfassungsschutzgesetz zu tun und lernte auf diese Weise, dass die Bürgerinnen und Bürger ein Recht darauf haben, zu erfahren, ob Daten über sie beim Verfassungsschutz gesammelt werden. Zusammen mit Kollegen aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit habe ich in meinem Praktikum ein elektronisches Antragsformular für die Website des Verfassungsschutzes Brandenburg entwickelt.

Die Stabstelle ist auch für den Datenschutz zuständig, der vom Datenschutzbeauftragten des Landes regelmäßig überprüft wird. Ohnehin ist auffällig, wie ausschlaggebend für die gesamte Struktur des Verfassungsschutzes ein umsichtiger Umgang mit Daten ist. Geheimhaltung zum Beispiel ist in den meisten Fällen mit Personen- und / oder Datenschutz zu erklären. Geheimniskrämerei um ihrer selbst willen habe ich beim Verfassungsschutz umgekehrt nicht kennen gelernt. Vielmehr habe ich eine große Offenheit mir als Praktikantin gegenüber erfahren und verschiedenartige Arbeitsprozesse aus der Nähe kennen lernen dürfen.

So war ich nach meiner Zeit in der Stabstelle in dem Referat tätig, das für die Bereiche Haushalt und Recht zuständig ist. Ich beschäftigte mich in dieser Zeit unter anderem mit Fahrtenbüchern, der Anordnung und Buchung von Dienstreisen sowie Reisekosten. Weiterhin bekam ich einen Einblick in den Bereich der Tarnmittelverwendung und -beschaffung. Auch erhielt ich einen Überblick darüber, wie der Verfassungsschutz seine Haushaltsmittel verwendet und wie die ihm zur Verfügung stehenden Lottomittel für soziale Zwecke eingesetzt werden.

Da ich in der Behörde in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt wurde, konnte ich den Arbeitsalltag beim Verfassungsschutz kennen lernen. Betreuer und die zuständigen Mitarbeiter haben mich nie mit Fragen alleine gelassen. Mir wurden anspruchsvolle und interessante Tätigkeiten übertragen. Ich hatte einen eigenen Arbeitsplatz, der auch technisch gut ausgestattet war und wurde in viele interessante Diskussions- und Gesprächsrunden aktiv einbezogen. Leider ist die Zeit viel zu schnell vergangen.