Glossar: Deutsche Volksunion (DVU)

Die DVU war eine rechtsextremistische Partei. Sie wurde 1971 zunächst als Verein gegründet. Ab 1987 nahm sie unregelmäßig an Wahlen teil. Neunmal konnte sie in Landesparlamente einziehen. 1998 erzielte sie bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 12,9 Prozent ihr höchstes Ergebnis. Die meisten Mitglieder hatte die DVU Anfang der 1990er Jahre mit rund 26.000. Bis 2009 war der Verleger Dr. Gerhard Frey ihr Vorsitzender. Er führte die rechtsextremistische Partei autoritär. Ihm folgte Matthias Faust nach. Am 1. Januar 2011 fusionierte die DVU mit der rechtsextremistischen „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Im Mai 2012 wurde die rechtsextremistische Organisation „Die Rechte“ gegründet. Daran sind ehemalige DVU-Mitglieder beteiligt.

DVU in Brandenburg

Bei der Landtagswahl 1999 erzielte sie 5,3 Prozent; 2004 waren es 6,1 Prozent. Nur in Brandenburg gelang ihr damit ein einziges Mal der Wiedereinzug in den Landtag eines Flächenbundeslandes. 2009 erhielt sie 1,2 Prozent und schied nach zehn Jahren aus dem Landtag aus.

Ihren Mitgliederhöchststand verzeichnete die DVU im Jahr 2000 mit rund 400. Vorausgegangen war ein sehr materialaufwendiger Landtagswahlkampf. Nach der gescheiterten 2009er Landtagswahl brachen die Strukturen der Partei ab Mitte 2010 vollständig zusammen. Letzter DVU-Landesvorsitzender war Klaus Mann. Der pflegt seit Jahren offen Kontakt zu neonationalsozialistischen „Freien Kräften“ und stellte sein Grundstück in Finowfurt (Barnim) sowohl der NPD als auch für rechtsextremistische Konzerte zur Verfügung. Januar 2013 wurde er Landesvorsitzender von „Die Rechte“.

Nur etwa 40 DVU-Mitglieder sind zum Zeitpunkt der Fusion zur NPD übergetreten. Von den knapp 20 kommunalen DVU-Mandatsträgern hat sich die Mehrheit ebenfalls der NPD verweigert.

Weitere Informationen finden Sie im Verfassungsschutzbericht 2010 ab S. 73.