Rechtsextremistische Szene Templin

Kurzeinschätzung der Verfassungsschutzbehörde

Potsdam - 28. Juli 2008. Im brandenburgischen Templin kam es in der Nacht vom 21. auf den 22. Juli 2008 zu einer sehr brutalen Straftat mit Todesfolge. Zur Zeit laufen die Ermittlungen. Die rechtsextremistische Szene in Templin kennzeichnen drei wesentliche Eigenschaften:

1. Hohe Gewaltbereitschaft: Die rechtsextremistische Szene in Templin unterscheidet sich zahlenmäßig kaum von anderen Szenen der Region wie denjenigen in Schwedt oder Prenzlau. Jedoch ist in Templin der Anteil gewaltbereiter Rechtsextremisten deutlich höher: Von den etwa 80 Rechtsextremisten in Templin werden rund 30 als gewaltbereit eingeschätzt. In Prenzlau sind es dagegen 15 Gewaltbereite, wobei die dortige Szene ebenfalls etwa 80 Angehörigen zählt.

2. Niedriger Organisationsgrad: Die rechtsextremistische Szene in Templin besteht mehrheitlich aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Rechtsextremistische Anschauungen sind meist nur sehr oberflächlich und bruchstückhaft. Nationalistische und fremdenfeindliche Motive dienen dabei als Handlungsgrundlage und sind damit wichtiger Teil des Selbstverständnisses. Es bestehen nur vereinzelt Kontakte zu rechtsextremistischen Organisationen. Der NPD ist es bisher nicht gelungen, Strukturen in Templin zu etablieren.

3. Niedrige Mobilität und geringe Vernetzung: Vereinzelt besuchen Rechtsextremisten aus Templin überregionale Szene-Konzerte und Demonstrationen in Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern. Mehrheitlich ist der Aktionsradius jedoch begrenzter. Verglichen mit der rechtsextremistische Szenen in der Lausitz oder im Havelland ist die in Templin weitaus weniger überregional vernetzt.