Frauen in der NPD

NPD gründet einen „Nationalen Frauenring"

Richtig begeistert wird der „Nationale Frauenring", den die NPD am 16. September gegründet hat, in der Partei bislang nicht aufgenommen. Auf der Webseite der Barnimer NPD fragt ein User „ist das wirklich wichtig? Aber wenn die Mädels es wirklich wünschen ... warum nicht?"

Dabei hatten die an der Gründung des Ringes beteiligten Nationaldemokratinnen auf den „Nachholbedarf" verwiesen, den die NPD gegenüber den „anderen größeren Parteien" in seiner Frauenpolitik habe. Aber offensichtlich erstreckt sich die „Systemopposition", die sich die NPD auf ihre Fahnen geschrieben hat, auch auf ihren Umgang mit den 15 Prozent weiblicher Parteimitglieder bundesweit.

Frauen aus Sicht der NPD

Vor diesem Hintergrund kann man gespannt sein, welches Themenspektrum die NPD-Frauen abdecken wollen. Bisher verankerte die NPD in ihrem Parteiparteiprogramm ihr Frauenbild ausschließlich biologistisch. „Die Nationaldemokraten lehnen die jede Gemeinschaft gefährdende „Selbstverwirklichung" und den mit ihr einhergehenden schrankenlosen Egoismus ab. (...) Die Familie ist Träger des biologischen Erbes. (...) Die Leistung der Hausfrau und Mutter ist mit keiner Arbeitsleistung anderer Berufe zu vergleichen. (...) Sie sollte nicht aus finanziellen Gründen außerhäuslich arbeiten müssen, da der Beruf in der Familie sie voll auslastet" (Parteiprogramm, Internetausgabe Seite 6 u. 7). Das Geld für ein von der NPD gefordertes Müttergehalt ist selbstverständlich über die Kürzung der Leistungen für Nichtdeutsche Familien zu erbringen, ob diese auf die entsprechenden Leistungen einen gesetzlichen Anspruch haben, da sie mit ihren Beiträgen auch unser Solidarsystem mitfinanzieren, stört da wenig (Internetausgabe Aktionsprogramm Seite 30.

In ihrem aktuellen Aktionsprogramm redet man gleich Klartext: Dass bei Frauen der Wunsch nach beruflicher Selbstverwirklichung besteht, sei im allgemeinen reine Emanzipationspropaganda. Arbeiten würden Frauen nur, um dem Druck der Konsumgesellschaft standhalten zu können (Internetausgabe Aktionsprogramm, Seite 30). Immerhin räumt das Parteiprogramm Frauen die „volle Gleichberechtigung" ein (Internetausgabe Parteiprogramm, Seite 7). Was die NPD darunter versteht verschweigt sie. Vielleicht ist damit ihre Forderung, ein zum Wehrdienst für Männer parallel laufendes soziales Pflichtjahr für Frauen einzuführen (Internetausgabe Aktionsprogramm, Seite 31) gemeint.

Modernisierungstendenzen?

Natürlich wollen wir an dieser Stelle nicht verschweigen, dass die NPD sich durchaus modernisiert, räumt sie doch in ihrem aktuellen Aktionsprogramm ein, dass bei gewünschter fortdauernder Berufstätigkeit beider Partner der Kinderwunsch durch umfassende und erzieherisch kompetente Betreuungsangebote des Staates nach Kräften zu fördern ist (Aktionsprogramm, Internetausgabe Seite 31). Das Parteiprogramm der NPD sieht darüber hinaus immerhin eine Wahlfreiheit für Frauen zwischen Wehrdienst und sozialem Jahr vor.

Doch überwiegt ein Frauenbild, das Familie und Beruf als miteinander unvereinbar versteht und die Rolle der Frau auf die Pflege des biologischen Erbes festlegt. Vielleicht ergibt sich ja noch die Möglichkeit, über die Wahrung überlieferter Traditionen des Deutschen Brauchtums (Internetausgabe Parteiprogramm, Seite 6) beruflich aktiv zu sein? Man darf gespannt sein, ob und wie der Nationale Frauenring zu seiner Rolle finden wird.

Übrigens ist die Brandenburger NPD bei der Frauenförderung auf der Höhe der Zeit. Hat doch der Kreisverband Oberhavel schon seit Längerem eine Frauen- und Familienbeauftragte, über deren Arbeit allerdings bisher wenig bekannt wurde. Ob dem Nationalen Frauenring ein ähnliches Schicksal bevorsteht, wird sich zeigen.