Hauptakteure der Wirtschaftsspionage

Prinzipiell kann davon ausgegangen werden, dass Gefahren im Bereich Wirtschaftsspionage von nahezu allen Staaten ausgehen können.

Insbesondere die Russische Föderation und die Volksrepublik China führen in Deutschland umfangreiche Spionageoperationen durch. Beide Staaten zeichnen sich hierbei durch einen immensen Einsatz von personellen und materiellen Mitteln aus.

So wurde im Sommer 2008 ein ehemaliger Mitarbeiter eines bayerischen Rüstungskonzerns, der über Jahre an einen GRU-Angehörigen Informationen weitergegeben hatte, vom Oberlandesgericht München zu einer Haftstrafe von elf Monaten auf Bewährung und zur Rückzahlung des Agentenlohnes in fünfstelliger Höhe verurteilt. (GRU = Militärische Auslandsaufklärung der Russischen Föderation)

Im Bundesland Baden-Württemberg wurde im Jahr 2008 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der „Industriespionage" gegen einen aus China stammenden Techniker, der in der Konstruktionsabteilung eines baden-württembergischen Maschinenbauunternehmens beschäftigt war, eingeleitet.

Der Mitarbeiter soll Konstruktionspläne heruntergeladen haben, die nichts mit seinem Aufgabengebiet zu tun hatten. Mittlerweile wurde ihm gekündigt und es wird vermutet, dass der Mann nach Asien zurückgekehrt sein dürfte.

Aber auch Nachrichtendienste aus dem Nahen, Mittleren und Fernen Osten sowie Nordafrikas sind in Deutschland aktiv.

Belege für eine systematische Wirtschaftsspionage westlicher Nachrichtendienste liegen bisher nicht vor. Allen Verdachtshinweisen wird jedoch nachgegangen.