Ideologie

Menschen nach Wert klassifiziert

aus www.frontdienst.de (23.04.2012) Dem Rechtsextremismus liegt keine einheitliche, geschlossene Weltanschauung zugrunde. Er setzt sich aus verschiedenartigen ideologischen Bruchstücken zusammen. Eine Überzeugung ist jedoch allen Rechtsextremisten gemeinsam: Sie leugnen, dass alle Menschen die gleiche Würde haben und vor dem Gesetz gleich sind. Dabei geht es ihnen nicht darum, der individuellen Eigenart eines jeden gerecht zu werden.

Denn über die Freiheitsrechte des Einzelnen stellen sie das Kollektiv, dem er angehört. Für Nationalisten ist dieses Kollektiv die Nation oder das Volk, für Rassisten die Rasse. Die Zugehörigkeit und das Bekenntnis zu dieser Gemeinschaft, die als biologische oder kulturelle Einheit gedacht wird, entscheide über den Wert oder Unwert eines Menschen: je nach dem behaupteten Wert oder Unwert seines Volkes, seiner Nation oder Rasse.

Unterordnung unter das Kollektiv

Eine moderne Spielart des Rassismus, der Ethnobiologismus, hält zwar die vermeintlich naturgegebenen Völker für gleichwertig, erklärt aber die Reinhaltung des "Blutes" zur höchsten Maxime. "Blutschande" in diesem Sinne – also Familienbindungen über Volkstumsgrenzen hinweg – sei Völkermord. Deshalb wenden sich Rechtsextremisten so vehement gegen das Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Kulturen. Sie fordern eine homogene Gemeinschaft, der sich der Einzelne völlig unterzuordnen habe. Die angemessene Organisationsform dafür ist in den Augen vieler Rechtsextremisten der autoritäre Führerstaat, der nach dem Prinzip von Befehl und Gehorsam funktioniert.