Entwicklungstendenzen

Keine Antwort auf Gegenwartsfragen

Der Rechtsextremismus ist weithin auf die Vergangenheit fixiert:

  • Die pseudowissenschaftlichen Theorien des Nationalismus und Rassismus stammen aus dem 19. Jahrhundert.
  • Neonazis orientieren sich am NS-Regime, an Hitler und seinen Chargen.
  • Revisionisten verharmlosen oder leugnen den Völkermord an den europäischen Juden und versuchen, die Geschichte umzuschreiben.
  • Ideologie-Zirkel träumen von der Wiedererweckung der Reichsidee.
  • Kaum ein Rechtsextremist ist bereit, sich mit den heutigen Grenzen Deutschlands abzufinden.

Menschenverachtung im Internet

Trotzdem versuchen Rechtsextremisten, mit dem rasanten technischen, ökonomischen und kulturellen Wandel unserer Tage Schritt zu halten. Sie nutzen die Vorteile der neuen Kommunikationsmedien, um sich zu vernetzen und ihre Propaganda zu verbreiten. Auf Websites im Internet stellen Rechtsextremisten offen ihre Menschenverachtung zur Schau. Sie illustrieren sie gerne mit Kennzeichen, deren Verwendung in Deutschland verboten ist, in anderen Ländern aber straffrei bleibt, so dass Provider im Ausland oft keinen Anstoß an ihnen nehmen.

aus www.npd.de/ (09.01.2012)

Auf die wirtschaftliche und kulturelle Globalisierung haben Rechtsextremisten jedoch keine rechte Antwort parat. Realitätsblind fordern sie die Abschottung der Volkswirtschaft nach außen sowie soziale Vorrechte allein für Deutsche. Diese und andere Forderungen tragen sie seit einigen Jahren massiv auf die Straße: Insbesondere die NPD und mit ihr teils verbündete, teils konkurrierende Neonazi-Gruppen veranstalten häufig medienwirksame Demonstrationen.

Gibt es Rechtsterrorismus?

In einigen Teilbereichen des Rechtsextremismus wächst die Gewaltbereitschaft. Wenn die Polizei konspirativ vorbereitete Skinhead-Konzerte auflöst, trifft sie gelegentlich auf aggressive Gegenwehr. Unaufgeklärte Sprengstoffanschläge in der jüngeren Vergangenheit, intensive Diskussionen in der Neonaziszene über den gezielten Einsatz von Gewalt und konspirative Vorüberlegungen hierzu bei militanten Kleingruppen führen zu dem Schluss: Es gibt Ansätze einer rechtsterroristischen Bedrohung – wenn auch keine "Braune Armee Fraktion".