Ideologie

Gleichheit als Traum und Schreckbild

Die Ideen des heutigen Linksextremismus reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Die Forderung der Französischen Revolution "Gleichheit!" aufgreifend, entwarfen Marx und verschiedene Theoretiker des Anarchismus Gesellschaftsmodelle, mit deren Hilfe die soziale Ungleichheit zwischen den Menschen überwunden werden sollte. Die kommunistischen Gleichheitsvorstellungen laufen aber faktisch auf eine Diktatur hinaus, in der die Beherrschten von den Herrschenden – heißen sie nun Stalin, Pol Pot oder anders – "gleichgemacht" werden. Der Traum der Anarchisten von einer Gesellschaft ohne Zwänge und Normen hingegen müsste zwangsläufig im sozialen Chaos enden: Und in ihm setzt sich erfahrungsgemäß doch wieder der Stärkere gegen den Schwächeren durch.

Bekenntnis zur revolutionären Gewalt

Weitere wichtige Elemente linksextremistischer Doktrinen sind:

  • das Bekenntnis zur sozialistischen Revolution und zur Umwälzung der Gesellschaft
  • das Bekenntnis zur Diktatur des Proletariats oder zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft
  • das Bekenntnis zur Gewalt als legitimem Kampfmittel.

Die beiden ideologischen Grundströmungen des Linksextremismus, der Marxismus-Leninismus und der Anarchismus, verzweigen sich in zahlreiche Nebenarme, mischen sich aber auch bei verschiedenen Gruppierungen. Die Autonomen beispielsweise lassen sich von anarchistischen Vorstellungen leiten, greifen aber von Fall zu Fall auch auf marxistische Deutungsmuster zurück.