Entwicklungstendenzen

Strategiewechsel oder Kontinuität

Politische Umbrüche in den Heimatländern beeinflussen maßgeblich das Verhalten ausländischer Extremisten in Deutschland. Deshalb sind jähe Strategiewechsel möglich. Gleichbleibend aber sind ausländische Organisationen daran interessiert, sich in Deutschland möglichst ungestört zu betätigen und ihren Einfluss auszuweiten.

Front Islamique du Salut

Fast alle wichtigen ausländerextremistischen Organisationen nutzen inzwischen das Internet für die Nachrichtenübermittlung aus der und in die Heimat, für Propagandazwecke und zur Mobilisierung ihrer Mitglieder.

IGMG im Wandel

Die "Islamische Gemeinschaft Milli Görüs"(IGMG) - die zahlenmäßig größte Organisation in Deutschland, in der  Extremisten ausländischer Herkunft agieren - möchte von staatlichen und kirchlichen Stellen als die Vertreterin der türkischen Muslime, gerade in Fragen der religiösen Erziehung und Bildung an den Schulen, akzeptiert werden. Deshalb klagt die Organisation gegen ihre Erwähnung in bestimmten Verfassungssschutzberichten.

Gegenwärtig vollzieht sich in der IGMG ein Machtkampf zwischen "Traditionalisten" und "Modernisierern". Sein Ausgang ist noch offen. Bislang hat sich die Organisation jedoch nicht von ihrer extremistischen Ideologie distanziert.

PKK will als Friedenskraft gelten

Die "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK) tritt jetzt unter dem Namen "Kurdischer Kongress für Freiheit und Demokratie" (KADEK) auf. Seit der Inhaftierung ihres Führers Abdullah Öcalan stellt sie sich als Friedenskraft im türkisch-kurdischen Konflikt dar. Im Herbst 2003 verkündete sie einen "Fahrplan für den demokratischen Wandel", der den Weg zu einer friedlichen Lösung der Kurdenfrage weisen soll. 

Eine Demokratisierung der straff geführten Kaderpartei selbst ist aber bislang nicht erkennbar. Die Bekenntnisse zum Frieden stehen überdies im Widerspruch zu der Drohung, neuerlich einen Krieg zu entfachen, wenn bestimmte Erwartungen der KADEK nicht erfüllt würden. In Deutschland kommt es immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen der KADEK-Jugendorganisation.

Netzwerke islamistischer Terroristen

Nicht unter dem Dach einer Organisation, sondern in konspirativen Netzwerken agieren die militanten Islamisten, die Usama Bin Laden als ihre Leitfigur betrachten. Häufig werden sie als "arabische Mujahedin" bezeichnet. Trotz der militärischen Erfolge der USA und ihrer Verbündeter in  Afghanistan, trotz zahlreicher Festnahmen von Verdächtigen in den verschiedensten Ländern sind diese Netzwerke nicht zerschlagen. Aus ihnen heraus werden weiterhin terroristischen Anschläge verübt, zuletzt insbesondere in muslimischen Ländern wie Saudi-Arabien oder Irak.