Türkische und kurdische Organisationen

Die meisten ausländischen Extremisten in Deutschland sind türkischer oder kurdischer Herkunft. Beide Volksgruppen stellen auch die größten Einwandererkontingente. Außerdem wird die türkische Republik seit ihrer Gründung von schweren inneren Konflikten geschüttelt.

Die islamistische Organisation IGMG wendet sich gegen die strikte Trennung von Staat und Religion in der Türkei. Sie ist jedoch um ein moderates Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit bemüht. Der gleichfalls islamistische "Kalifatsstaat" agierte hingegen militant und richtete sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung in Deutschland. Deshalb wurde er, nachdem er auf Grund einer Gesetzesänderung nicht mehr durch das so genannte "Religionsprivileg" im Vereinsgesetz geschützt war, verboten.

Die linksextremistischen Parteien DHKP-C, THKP/C-Devrimci Sol, TKP/ML und MLKP wollen die Türkei revolutionieren und ein kommunistisches Regime errichten.

Die ADÜTDF, auch "Graue Wölfe" genannt, vertritt einen rassistisch begründeten extremen Nationalismus. Sie erstrebt ein türkisches Großreich, in dem alle Turkvölker vereinigt sind.

Die PKK, ursprünglich eine marxistisch-leninistisch ausgerichtete Kaderpartei, gewann im Zuge ihres Kampfes für ein freies Kurdistan zusehends eine nationalistisch-revolutionäre Ausrichtung. Der PKK und ihren Neben- und Unterorganisationen wurde 1993 vom Bundesminister des Innern die weitere Betätigung in Deutschland verboten. 2002 hat sich die PKK in "Freiheits- und Demokratie-Kongress Kurdistans" (KADEK) umbenannt.